Esstisch – Die Planung

Meine Schwester und ihr Freund möchten gerne einen neuen Esstisch aus Holz anstatt ihres Glastisches. Da massive Tische nur sehr teuer zu haben sind, wendeten sie sich an mich. Der Wunsch eine Größe von ca. 160×90 cm aus Eiche geölt. Nach einem kurzen Gespräch über die Vorstellung machte ich mich an die Arbeit und fertigte mal eine SketchUp Skizze an. Design sollte sehr schlicht sein, keine Rundungen sondern eher kantig und modern.

Nach einige Iterationen einigten wir uns auf folgendes Modell:

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Die Verbindung der Füße mit den Zargen sollte über Schlitz/Zapfen passieren. Die Verbindung der Platte muss ich mir erst überlegen, da ich die verschiedenen Größenänderung berücksichtigen muss. Stärke der Füße ca. 80/80mm.

Das SketchUp Plugin CutList (zu finden unter CutList) ist perfekt geeignet um einen ersten Holzauszug zu bekommen. Rausgekommen sind 0.0834 m^3 Holz netto. Mit Zugabe von Verschnitt rechne ich mit ca. 0.2-0.25 m^3 Eichenholz brutto Rohholz (danke Bernd für die Korrektur der Nettomenge, siehe Kommentar!).

Nächste Aufgabe wird sein, einen lokalen Anbieter für mein Eichenholz zu finden. Aber dazu mehr im nächsten Blog.

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Brennholz und das 2. Leben

Letztens als ich Brennholz für den kommenden Winter geschnitten habe, entdeckte ich zufällig einige Gustostückerl. Hatten doch tatsächlich einige Buchenscheiter sehr interessante Muster (ich nehme an eine Krankheit). Obwohl Buche oft nicht sehr als Möbelholz geeignet ist (instabil bei schwankende Luftfeuchtigkeit), wollte ich es wissen und brachte einige “Kerle” in meine Werkstatt. Zuerst mit der Abrichteinheit eine ebene Referenzfläche erzeugen bevor man die zweite Seite dazu fügen kann. Anschließend habe ich mit der Kreissäge 15mm dicke Streifen runtergeschnitten und dann nochmals auf beiden Seiten plan auf 10mm gehobelt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich war wirklich überrascht was man alles aus Brennholz noch herausholen kann. Das Beste daran ist, das es schon getrocknet ist und somit fertig für die Verarbeitung ist ;-). Somit eine Art Wiedergeburt für diese Stücke ;-)

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LEKTIONEN

  • Niemals Brennholz einfach so verheizen.
  • Das Brennholz unbedingt mit einer Drahtbürste vorm Hobeln reinigen.
  • Das Holz sollte bereits vorgetrocknet sein.

Mein erster Hängeschrank

Mein erstes größeres Projekt war ein kleiner Hängeschrank aus Esche für unser WC. Ich habe den doch sehr simplen Schrank mit Google SketchUp geplant (werde gesondert über SketchUp mal einen Blog schreiben) und wollte ihn in Angriff nehmen. Tja, es kam doch etwas anders. Ich wollte ursprünglich alle Seitenteile mit selbst verleimten Vollholzplatten machen, aber dann hatte ich eine andere Idee. Warum nicht gleich eine Rahmenverbindung mit einer dünne Massivholzplatte ausprobieren. Gedacht, getan und den Originalplan gleich mal über den Haufen geschmissen. Die Rahmen habe ich mit verdeckten Schlitz/Zapf Verbindungen gebaut und eine Nut für die Füllung gefräst. Nut ~1mm größer als die Füllung. Die Vollholzfüllung wurde aus kleinen 10mm Holzstücke geleimt und eingelegt. Die Zapfen habe ich mit meiner Kreissäge und einer Schablone geschnitten, die Schlitze wurden mit dem Langlochsupport eingefräst.

Die Front wurde aus einer 18mm Vollholzplatte (selbst verleimt aus kleinen Stücken) gefertigt und mit Topfscharniere am Korpus befestigt. Beim Finish war ich etwas experimentierfreudig. Ich verwendete erstmals das Danish oil von Rustin. Leider hat es Lösungsmittel drinnen und stank daher ziemlich bei der Anwendung. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. War vom Finish begeistern. Zwei Schichten und dazwischen Schleifen mit 240er Papier. Die Esche passte danach perfekt zu der Lärchentüre, wie man im Bild sehen kann.

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LEKTIONEN

  • Meine Dickteneinheit kann bis zu 4mm hobeln ;-)
  • Bei Topfscharniere empfiehlt sich ein Prototype, da die Abstände nicht eindeutig beschrieben sind.
  • Leider verwendet Danish oil Lösungsmittel und stinkt daher bei der Anwendung.
  • Der Falz für den Boden sollte eigentlich anders gemacht werden.

Eine schneidige Erfahrung

Da ich seit geraumer Zeit die Holzbearbeitung zu meinem neuen Hobby gemacht habe, möchte ich meine Projekte als auch meine Erfahrungen mit euch teilen. Ich startete eigentlich ohne jegliche Vorkenntnis über Holzbearbeitung, jedoch hat mir das Arbeiten mit Holz schon immer Spaß gemacht. Im Internet fand ich zu Genüge Informationen über Holzbearbeitung, speziell im amerikanischen Raum gibt es sehr viele gute Seiten, mein Favorit thewoodwhisperer.

Marc hat mich wirklich animiert und mir mit seinen Podcasts die Grundlagen beigebracht (also quasi als Theoriestunden vor der Praxis). Als ich endlich meine Holzbearbeitungsmaschine bekommen habe war mein erstes Projekt das Schneidbrett, zu Englisch “Cuttingboard”. Es ist das perfekte Startprojekt, da man gleich die Notwendigkeit von Genauigkeit kennenlernt. Da das erste Brett so gut gelungen ist habe ich gleich noch zwei weitere gemacht ;-). Als Holz habe ich Eiche und Esche verwendet. Als Finish (mir gefällt das englische Wort hier besser) habe ich zwei Schichten Olivenöl mit einem Baumwolltuch aufgetragen.

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Das Spezielle bei diesem Schneidbrett ist, dass das Hirnholz auf Sicht gehalten ist. D.h. die Holzfasern sind stehen und bieten somit dem Messer eine weichere Unterlage als liegende Fasern. Sollte die Messer schonen. Achja, und nicht vergessen wasserfesten Leim (D3) verwenden.

LEKTIONEN

  • Die einzelnen Streifen müssen perfekt auf Dicke gehobelt werden.
  • Hirnholz muss öfters als Längsholz geschliffen werden.
  • Olivenöl eignet sich perfekt als Finish (außerdem ist es frei von Zusatzstoffen).